Graffiti – Beltz Verlag

Essay „Von der Kunst im Verbotenen. Oder: Graffiti als Teil der Kunstwelt“

Herausgeberin: Friederike Häuser, Sammelband, Beltz Verlag

Einleitung:

Graffiti ist eine beständige und präsente Inspirationsquelle in Hinsicht seiner Werkzeuge (z. B. Spraydosen, weitere Spraywerkzeuge, Farbrollen, Marker) und seiner Ästhetik (z. B. gesprayte, gestische Spuren, Buchstaben, Flecken) für die zeitgenössische Kunst. Der Kunsthistoriker Walter Grasskamp kam 1982 nach seiner umfangreichen Forschung zu Graffiti und Wandbildern zu dem Schluss: „Die Aura des gekratzten, geschabten oder gesprayten Wortes hat sich die Kunst erfolgreicher bemächtigen können […]“ (Grasskamp 1982, S. 47) und „Die Kunst hat in dem von Benjamin konstatierten Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit versucht, über die Annektion der Graffiti deren Aura in ihre eigene umzumünzen“ (Grasskamp 1982, S. 47). 

In diesem Essay werden Vorschläge zu einer kunstwissenschaftlichen Betrachtung von Graffitis ‚auf der Straße‘ vorgestellt sowie alternative Lebensläufe von Sprayern in die Kunstszene besprochen. Dadurch stehen folgende Fragen im Vordergrund: Welche Perspektiven ermöglichen eine erkenntnisreiche, kunstwissenschaftliche Analyse von Graffiti-Arbeiten? Wie gestaltet sich die alternative, künstlerische Entwicklung, fernab von Kunsthochschulen und Stipendien?

Der Essay stützt sich auf zwei bereits existierende Forschungsarbeiten zu diesem Thema: Den Themenband Graffiti Now – Ästhetik des Illegalen[1] gab ich 2019 bei Kunstforum International heraus. Den Aufsatz Les cerfs sur la route[2] im Ausstellungskatalog Local Heroes“ schrieb ich im Rahmen der Manifesta 13 Marseille. Er wurde bisher nur in französischer Sprache publiziert.


[1] Kikol, Larissa (Hrsg.) (2019): Graffiti Now! Ästhetik des Illegalen. Köln: Kunstforum International.

[2] Musée Regards de Provence/Kikol, Larissa/Muntaner, Bernard (Hrsg.) (2020): Local Heroes. Marseille: Musée Regards de Provence.