Antwan Horfee – Interview

Monopol Online/

„Jedes Gemälde ist eine virtuelle Realität“

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Auszug:

Haben Ihre Bilder auch Humor?

Ja, zum Beispiel „Rayman Souvenir“ von 2023. Das war wie ein Versuch, eine verzweifelte Situation mit einem älteren Bild zu retten. Versuche ich das Bild zu öffnen oder die Oberfläche zu reparieren? Lösungen zu finden, also für die Bilder, ist wie ihr Leben zu retten. Man fängt mit einer Situation, also einer Komposition an, da tauchen große und zufällige Kleckse auf, die einem direkt fett ins Gesicht springen. Und dann ist es wie in einem Film: Das Bild ist der verwundete Soldat, ich bin der Arzt, aber schauspielere ja nur. Solch eine Sicht hat für mich auch Humor. Es gibt viele Möglichkeiten, physisch mit dem Gemälde zu interagieren, daher beginne ich manchmal mit einem sehr starken Motiv wie der Hexe, das hat viel Charakter. Sie wird die einzige Figur sein, daher nimmt sie alles auf sich und wird die Betrachter wahrscheinlich am meisten ansprechen. Dabei ist sie wahnsinnig hässlich. In einer Welt, in der die Schönheit das Sagen hat, ist das ziemlich lustig.

Es gab dieses Kinderdoktorspiel: „Doktor Bibber“, bei dem man einen Patienten operieren muss, ohne an elektrische Kontakte zu kommen.

Ich vergleiche das Doktorspielen mit dem Finden einer Lösung. Man ist doch sehr engagiert, wenn man ein Leben in Ordnung bringen muss. Und ich bin sehr engagiert, wenn ich eine Lösung für ein Gemälde finden muss. Mein Leben hängt davon ab. Das meine ich natürlich auf lustige Weise. Es ist komisch zu denken, dass man dieses bedeutungslose Objekt der Begierde, das Bild, innerhalb seiner persönlichen Codes zum Funktionieren bringen muss. Es wird dann plötzlich sehr, sehr wichtig für einen, obwohl es eigentlich niemand braucht.