Katalogtext für Stefanie Gutheil

Distanz Verlag // „There’s a light, over at the Frankenstein place“ – Ein längerer Essay über Gutheils Monster und die Wichtigkeit von Missbildungen in der Evolutionsgeschichte der Malerei.

Auszug Einleitung:

„THEY. Was sind Monster? Monster sind begriffliche Betitelungen, die der Mensch erschaffen hat. Zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Kulturen, religiösen Systemen, Moralvorstellungen und Naturinterpretationen erfüllten Monster stets die Rolle des fremden, unheimlich Anderen. Die Entwicklungsgeschichte der Monster ist in Wahrheit eine Kulturgeschichte des Menschen. Die Monster der Antike haben mit den Monstern des Mittelalters oder denen der aktuellen Medienberichte wenig gemeinsam. Für spielende Kinder sind Monster wiederum ganz andere Wesen, wie die inneren Dämonen von Erwachsenen, die bei einem Psychotherapeuten Hilfe suchen. Wenn wir über Monster sprechen, dann spiegeln die so benannten realen oder imaginierten Subjekte in erster Linie die Gesellschaft wider, in der wir leben. Sie spiegeln aber auch uns selbst wider. Fragen Sie jemanden nach seinen Monstern, und Sie erkennen, wer er ist. (…)“