Gespräch mit Andreas Breunig

Kunstforum International / Gegenwartsbefreiung Malerei /

Auszug:

„LK: Wo ist auf diesem Bild das, was nicht schön ist?

AB: Wo soll ich anfangen? Da gibt es viel. Also wenn du einzelne Elemente für sich nimmst, dann finde ich die wahnsinnig hässlich. Tatsächlich. Das fängt zum Beispiel in F4 an. Dieser kleine grün weiße Bogen direkt über den Buchstaben „F4“. Wenn ich mir das anschaue, dann denke ich: Oh, was hast du da denn verbrochen? Lacht. Aber der Bogen muss da sein. Oder der Hintergrund von „F1“: Da ist diese Rotverschiebung, der Verlauf, der ist einfach viel zu schön.

LK: Wenn der Bogen über „F4“ nicht da wäre, dann würde quasi die dichte Fläche in F2, das Knäul, einfach nach unten verlaufen. Aber der Bogen hält das noch einmal auf, wie ein Damm. Das bringt an der Stelle noch einmal Spannung rein.

AB: Und die großen, grünen Schwünge würden sonst auch echt mies aussehen. Also ohne den Bogen. Das kommt noch dazu. Generell lege ich meine Arbeiten immer so an, dass man einzelne Elemente herausnehmen kann, die in sich geschlossen sind und die auch eigenständig als Bild funktionieren. Aber dem großen Bild würde dann natürlich etwas fehlen. Damit dieses funktioniert braucht es alle Elemente, sonst kann es schnell ins Desaster kippen.“

zum ganzen Gespräch: https://www.kunstforum.de/artikel/es-muss-auch-knatsch-in-den-bildern-geben/