Essay „Playful Destruction – Genuss als Botschaft“

Kunstforum International // Band 269 „Entzauberte Globalisierung“ / Essay.

Über: Cai Guo-Qiang, Roman Signer, Jeppe Hein, Michael Sailstorfer, Jan Hakon Erichsen (balloon destroyer), Reija Merilainen, The Hydraulic Press Channel und Mythbusters

Auszug: …. „Er sei kein Sprengkünstler, erklärt Roman Signer, sondern
Bildhauer. Wenn Signer anzündet, in die Luft jagt,
zerstört und Unfälle verursacht, dann nicht aus
politischem Protest heraus, sondern um Kräfte freizusetzen,
die Materialien und Formen unter Druck
transformieren. Unfälle inspirieren ihn: „Zum Beispiel
habe ich einen beladenen Lastwagen beobachtet,
der ins Schleudern kam und umgekippt ist. Aus
seinem Inneren rieselte Zucker auf den Boden und
bildete Kegel.“¹³ Im Kunstraum Dornbirn ließ er einen
unbemannten Wagen von oben in eine Rampe
rollen. Auf seiner Ladefläche standen offene Wassertonnen.
Als der Wagen auf der gegenüberliegenden
Höhe angekommen war, schwappte das Wasser über,
die Fässer fielen, der Wagen überschlug sich rücklings
in die Mitte des Raumes – ein wunderschöner
Unfall. Das Wasser als anfälligstes Element reagierte
als erstes und am längsten, es hielt in seiner detaillierten,
ästhetischen Reaktion des Überschwappens,
Spritzens, Fließens und Tosens die großen, schweren
Elemente wie die Tonnen und den Wagen als gemeinsames
Verwandlungsspektakel zusammen.
Signers Arbeiten lassen sich ohne Humor und
dem Verständnis von Spielfreude nicht gänzlich begreifen.
Sein Onkel verkaufte Sprengstoff, als er ein
Kind war, mit Explosionen kam er daher schon früh
in Berührung.¹4 Signer setzt die Eindrücke seiner
Kindheit fort, als konsequenter Künstler, aber auch
als schelmischer Spieler.“

zum ganzen Essay: https://www.kunstforum.de/artikel/playful-destruction-genuss-als-botschaft/