Kunstforum International / Themenband Zeichne! /
Achim Riethmann, Romain Fuehler, Ulrike Theusner, Christine Brey, Sophie Esslinger, Tal R, Lou Hoyer
„Die Zeichnung ist für mich der erste und unmittelbarste Ausdruck, noch vor der Malerei – sie ist, wie die Schrift, eine direkte Linie aus dem Geist, der Seele, der Empfindung“, so beschreibt die Künstlerin Ulrike Theusner treffend die Bedeutung der Zeichnung. In dieser Bildstrecke werden aktuelle Positionen vorgestellt, die in sehr heterogenen Ansätzen zeigen, wie sie gezeichnete Bildsprachen erfinden: reduziert oder überfüllt, politisch oder abstrakt, hyperrealistisch oder verspielt. Dabei ist das Zeichnen entweder ihr Hauptmedium oder es zählt zu einem wichtigen Teil ihrer Kunstpraxis.
SOPHIE ESSLINGER
Pinsel und Wandformate
Die in Düsseldorf lebende Sophie Esslinger (1996*, Linz) changiert zwischen den Sphären:
Oben und Unten, Himmel und Hölle, Tag und Nacht, Weich und Spitz, zwischen Amor
phem und Linien. „Die Welt ist im Wandel und damit auch ihre Protagonist*innen. Vom
Erblühen bis zum Zerfall durchlaufen die Formen diverse Aggregatzustände – das Span
nungsfeld zwischen dionysisch und apollinischen Prinzip.“ erzählt die Künstlerin.
„Mein Formenvokabular besteht aus konkreten Dingen der Wirklichkeit,
Piktogrammen, Symbolen, Referenzen an Körperlichkeit und
Landschaftsmotiven. Die Bilder sind allegorisch und stehen
an der Schnittstelle zwischen Innen- und Außenwelt. Das
Formenarrangement wird durch die Linie, den zeich
nerischen Gestus gebaut. Die Nähe zur Linie, dem
Gedankenstrich ist eine Fortsetzung der In
nenwelt, gleich einer poetischen Methode.“
Zu allen Positionen: https://www.kunstforum.de/artikel/gezeichnet/